Unser Engagement für die Natur
Der Natur- und Vogelschutzverein Großostheim 1913 e.V. engagiert sich aktiv für den Schutz und die Pflege der Natur. Unsere Projekte umfassen Nisthilfen für Vögel, Biotopschutz, Heckenschutz und die Pflege von Streuobstwiesen. Jedes Projekt trägt dazu bij, ein gesundes Ökosystem zu erhalten.

Nisthilfen für Vögel
Vogelschutzmaßnahmen
Von Oktober bis Dezember reinigen und reparieren wir unsere Nistkästen im Ober- und Unterwald. Hierzu treffen wir uns jährlich in unserem Vereinsheim zu gemeinsamen Arbeitseinsätzen.
Die genauen Termine werden jeweils auf unserer Webseite oder im Bachgauboten bekanntgegeben.

Erhalt natürlicher Lebensräume
Feuchtbiotope bieten notwendige Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, die im Laufe ihres Lebens teilweise oder gänzlich auf Wasser angewiesen sind. Das sind z. Bsp. Kröten, Frösche und Lurche, die ihren Laich darin ablegen oder eine Vielzahl Insekten, die dort ihren Durst stillen können. Durch die zunehmend fehlenden Niederschläge trockenen viele solcher Wasserstellen zunehmend aus.
Zur Erhaltung der Biodiversität gilt es sie unbedingt zu erhalten, zu pflegen oder neue zu schaffen!
Leider werden die Biotope immer wieder durch freilaufende Hunde oder Menschen, die ihren Schutt hier abladen, gestört. Deshalb bitten wir alle Hundehalter ihre Hunde, wie es Vorschrift ist, an die Leine zu nehmen und Ihre Spaziergänge auf de Feldwege zu beschränken, um dem Wild größtmögliche Ruhe zu gönnen.
Sollten wir jemand beim Schuttabladen (auch Grünabfall) beobachten, erfolgt umgehend eine Anzeige.
Auch bei uneinsichtigen Hundhalter können wir eine Anzeige erstatten, die dann ein empfindliches Bußgeld nach sich zieht. Deshalb nochmals die Aufforderung: Hunde an die Leine!
Der Verein betreut zwei Biotope. Einmal das Biotop am Wäldchesweg in Ringheim und das Biotop Betterich in Großostheim.

Die Benjeshecke
Nachhaltige Pflege von Hecken
Die nach ihrem Erfinder benannten "Benjeshecke", die Tieren und Pflanzen ein Rückzugsgebiet ermöglicht, hat inzwischen große Verbreitung gefunden.
Deshalb haben wir uns entschlossen, am Wäldchesweg, angrenzend an die Streuobstwiese und zur Abschottung an die Straße, eine Benjeshecke anzulegen.
Baum- und Heckenschnitte wurden vom Wasserwerk bis auf höhe des Sportgeländes locker aufgeschichtet, bis zu einer Höhe von knapp 2m und eine Breite von bis zu 4m.
Damit haben wir einen Schutzgürtel geschaffen, in dem Brennessel, Winden und andere Wildkräuter sowie verschiedene Gehölze aufwachsen. Mit den Pflanzen stellen sich auch zahlreiche Tiere ein.
Durch Windverbreitung und Vogelexkremente erfolgt ein natürlicher Sameneintrag. Im Verlauf mehrerer Jahre bricht das Totholz durch biologische Abbauprozesse langsam zusammen.
Im Schutz des Gestüpps haben sich neue Heckenpflanzen entwickelt, eine natürliche Feldhecke ist entstanden, die vielfältige ökologische Funktionen erfüllt.

Traditionelles Handwerk
ALTE STREUOBSTWIESENBESTÄNDE MUESSEN ERHALTEN WERDEN !
Streuobstwiesen sind eine für unsere Region typische Kulturform. Eine Streuobstwiese ist für die Ökologie und Landschaftspflege sehr wichtig. Sie ist als Biotop für die Natur sehr wertvoll. Streuobstwiesen wurden früher intensiv gepflegt. Obsternten brachten zur Eigenversorgung den „Äppelwoi“. Die Äpfel wurden für den Winter eingelagert. Leider gehen diese Streuobstbestände zunehmend verloren. Gerade bei uns werden viele geerbte Streuobstwiesen von der jüngeren Generation nicht mehr wertgeschätzt, gepflegt und richtig genutzt. Viele Flächen verwildern. Der alte Obstbaumbestand wird nicht mehr gepflegt. Brombeeren überwuchern die Flächen.
Die andere negative Entwicklung gerade bei uns ist, dass die Wiesenflächen verpachtet oder verkauft werden gerade im Randbereich des Oberwaldes. Sie werden dann oftmals als Pferdekoppeln umgenutzt, da diese mehr Ertrag einbringen. So gehen diese wertvollen Wiesenflächen nach und nach vollkommen verloren. Dem gilt es unbedingt jetzt entgegenzuwirken! Verwilderte Flächen müssen wieder gepflegt, alte hochstämmige Obstbaumsorten erhalten, gepflegt oder nachgepflanzt werden. Und die Wiesenflächen müssen wieder entsprechend fachgerecht gemäht. Dieser negativen Entwicklung will der Natur- und Vogelschutzverein Großostheim schon seit einigen Jahren entgegenwirken.
Die alten Obstbaumsorten, die auch heute noch manchmal traditionell im extensiven Streuobstanbau verwendet werden, wurden zu einer Zeit entwickelt, als Pflanzenschutzmittel gar nicht oder nur sehr eingeschränkt zur Verfügung standen. Sie sind daher gegenüber Krankheiten und Schaderregern als besonders robust einzustufen. Die einzelnen Sorten sind dabei oftmals regionsspezifisch. Die Verbreitung mancher Sorten ist sogar auf wenige Dörfer beschränkt gewesen. Es entstanden so sogenannte Lokalsorten. Z. Bsp. Bei Äpfeln die „Gewürzluiken“ „Kaiser Wilhelm“ „Winterrambur“ oder bei den Birnen die „Mollebusch“ oder die „Gute Luise“. Diese alten Obstsorten, die typisch für unsere Region sind, müssen erhalten, nachgepflanzt und weiter gepflegt werden, damit diese für uns typische Kulturlandschaft Streuobstwiese erhalten bleibt.
Die Streuobstwiesen mit ihrer Vielfalt in Flora und Fauna sind sehr wertvoll!
Im besonderen ist die extensiv bewirtschaftete Streuobstwiese ein wichtiger Lebensraum für Vögel und Gliederfüßer wie Insekten oder Spinnen. Streuobstwiesen weisen nur zwei deutliche „Stockwerke“ auf: die Kronenschicht der hochkronigen Obstbäume und die aus Gräsern, Kräutern und teilweise niederen Stauden bestehende Krautschicht. Durch den weiten Stand der lichtkronigen Bäume ist die Krautschicht besonnt und sehr vital. Im Unterschied zu intensivbewirtschafteten Obstplantagen, selbst wenn dort auf Insektizide und Herbizide verzichtet wird, sind Streuobstwiesen wesentlich artenreicher. In Streuobstwiesen können zwischen 2000 und 5000 Tierarten beheimatet sein beziehungsweise dort ihre Nahrung finden. Den größten Anteil nehmen dabei Insekten wie Käfer, Wespen, Hummeln und Bienen ein. Die Honigbiene spielt für die Bestäubung der Obstbäume die herausragende Rolle. Mit ihrem kleinräumigen Wechsel aus besonnten und (halb-)schattigen, trockenen und feuchten Stellen, Holz- und Schnittgutlagerplätzen, Gras-/Staudenfluren und Gehölzen sind Streuobstwiesen auch wertvolle Sommer- und Überwinterungshabitate für verschiedene Amphibien- und Reptilienarten.
Für viele mitteleuropäische Vogelarten sind alte Streuobstbestände auch durch ihren Höhlen- und Totholzreichtum die idealen Brutstätten.
Text: Natur- und Vorgelschutzverein, C. Petermann
Streuobstwiesen – Paradiese aus Menschenhand
Im Paradies hatte Eva leichtes Spiel, ihren Adam mit einem frisch gepflückten Apfel zu verführen. Heute hätte sie wohl Schwierigkeiten: Der herzhafte Biss in einen perfekt geformten Apfel aus dem Supermarkt endet allzu oft in einer wässrig-faden Enttäuschung.
Dabei ist „Liebe auf den ersten Biss“ noch immer möglich: Äpfel, Birnen, Kirschen, Zwetschgen und Nüsse von Streuobstwiesen bieten Geschmackserlebnisse von besonderen Fülle und Vielfalt.
Das Paradies ist inbegriffen: Streuobstwiesen sind nicht nur etwas fürs Auge, sie bieten auch vielen seltenen Tieren und Pflanzen eine Heimat. Gegen Plantagenobstbau haben die Natur schonend bewirtschafteten Obstwiesen kaum eine Chance, zu groß ist der Preisdruck.
Der Erhalt der Streuobstwiesen, unser Paradiese aus Menschenhand, lässt sich jedoch auf einfache wie angenehme Weise fördern: durch gesunden Genuss von Streuobst.
Quelle Bund Naturschutz in Bayern e.V.
